Nach Tanger kamen Maler, Schriftsteller und Poeten. Für viele war sie, der Ort in dem sie eine kleine und persönliche anti-bürgerliche Revolte ausleben konnten. Andere suchten in diese Stadt nach neuen Inspirationsquellen.
Nach Marokko (Tanger), führte die Suche nach der “Klarheit des Lichtes” den französischen Künstlers Henri Matisse´. Der Künstler kam im Winter 1912 in Tanger an. In dieser Phase entstanden seine ausdrucksstarken Bilder wie >> Park in Tanger<<. Er selbst sieht seine Reise nach Marokko als ein Wendepunkt in seinem Leben :,, Die Reise nach Marokko half mir, die notwendige Veränderung zu vollziehen und eine engere Beziehung zur Natur zu finden[…]”.
Das Tanger der Nachkriegszeit (2 Weltkrieg) hatte für die bohmische- Elite, die sich selbst als Randgruppe der bürgerlichen Gesellschaft einstufte magische Anziehungskraft.
Der amerikanische Komponist und Romancier Paul Bowles kam 1931 das erste Mal nach Tanger. Von Frankreich enttäuscht, da seine Gedichte keine erfolg erfuhren, entdeckt er Tanger für sich selbst. 1947 hatte er sich einen festen Wohnsitz in der Stadt eingerichtet. ,,[…]es dauerte nicht lange, bis ich zum dem Ergebnis kam, dass
Tanger die Stadt war, die ich allen Orten vorzog […]”. Sein erfolgreiches Buch ,, Der Himmel über die Wüste” war in Tanger geboren und von dieser Stadt inspiriert. Zur den engen Freunde Bowles gehörte der marokkanische Maler Ahmed Yacoubi sowie Mohammed Choukri. Paul Bowles sorgte dafür, dass einige marokkanische Autoren, wie Choukri, Mohammed Mrabet, Hammed Charhadi und Abdelslam Boulaich, ihre Werke ins englische übersetzen konnten.
In der Ville Muniria trafen sich Maler und Schriftsteller, wie Francis Bacon und der Beatsdichter Gregory Corso, nicht nur aus literarischen oder poetischen Gründen. Tanger war auch die Stadt der nächtlichen Orgien und Ort der verbotenen Früchte... In der Ville Muniria arbeitete Willaim Burrough an seiner Novelle und Bestseller >>The Naked Lunch>> . Auch andere Autoren haben ihre besten Werke in Tanger verfasst, wie Allan Sillitow >> Die Einsamkeit des Langstreckenläufers>>; und der Maler Brion Gysin seine autobiografische Novelle >>The Process>> .
Jenet Genet kam 1969 nach Tanger , dazu hatte der marokkanische Schriftsteller Mohammed Choukrie eine eigene Schrift verfasst >>Jean Genet in Tanger>> . Jean Genet entschied, dass Tanger seine letzte Ruhestätte sein sollte, so wurde er 1986 dort begraben.
Die Stadt war keine harmonische oder idyllische Paradies, wo sich Künstler zurück zogen um feine Kunst zu schaffen, sondern eher ein vom leben pulsierende „Hölle“. Dort gab es das Verbotene zum guten Preis und das unmögliche war in Tanger möglich...
Truman Capot fasste 1949 seinen ersten Eindruck von der Stadt:,, Wahrscheinlich richtet man sich in Tanger aus einem der folgenden vier Gründe häuslich ein: leichter Zugang zu Drogen, jugendliche Prostituierte, die daran Spass haben, Steuerschlupflöcher oder weil man so unerwünscht ist, dass kein Schiffs-oder Flughafen nördlich von Port Said einen ins Land ließe.“
Werke
Mohamed Choukri 1935 geboren:
Das nackte Brot
Zeit der Fehler
Zoco Chico
Mohammed Mrabet in 1940 geboren:
Erzählband :M´hashisch
Harmlose Gifte, verzeihliche Sünden
Der Ameisendompteur
Dollars und Schokolade
Haarige Liebe
Jean Genet
1942 schrieb er im Gefängnis: "Notre Dame des Fleurs" (einem Mörder gewidmet)
(vgl: Marokko, Polygott: Matisse in Tanger von Rosemary Bailey/Dorothey Stanhard. Tanger)